Niedersachsen Magazin - Roland Hofer
Der Geist der Moorbauern lebt
Torfkähne und Jan Torf bewahren die Teufelsmoor-Tradition
In den limitierten Geschenk-Editionen
nehmen die beiden Nostalgiker
Carsten und Martin E. Platz auch auf
die Kunstszene des Künstlerdorfs
Worpswede Bezug.
Foto: Roland Hofer
nehmen die beiden Nostalgiker
Carsten und Martin E. Platz auch auf
die Kunstszene des Künstlerdorfs
Worpswede Bezug.
Foto: Roland Hofer
Wenn der Wind das braune Leinensegel bläht und die Abendsonne die Hamme und ihre Ufer in eine nostalgische Stimmung taucht, werden selbst die hartgesottenen Passagiere zu Romantikern. Denn Carsten Platz, der Schipper des 10 Meter langen Kahns, weiß, wie er die Phantasie seiner 18 Gäste aus Gelsenkirchen weckt. Die Kulisse für die Zeitreise liefern der Fluss mit seinem Röhrichtgürtel, die urigen Weiden und Pappeln, das Kreisen der Störche und die Stimmen von Kiebitz und Uferschnepfe.
Der 47-Jährige aus dem nahen Künstlerort Worpswede hält das Ruder und weckt die Bilder von Moor, Torf, kargem Leben, Malertradition und unendlich weitem Himmel. Er selbst ist Teil dieses Nostalgietrips. Mit Schippermütze, schwarzer Cordhose, Fischerhemd und grober Leinenjacke weiß er genau, wie sich die Touristen den typischen Torfkahnfahrer vorstellen sollen: etwas verschroben und urig, aber doch gut rasiert, nett und mit einem kernigen Spruch auf den Lippen.
Dass seine Vorfahren bis nach dem Zweiten Weltkrieg Torf statt Fahrgäste auf der Hamme transportierten, macht den Reiz der Fahrt aus. Fast andächtig hängen die Ruhrpottler an seinen Lippen, als er vom Leben der Bauern erzählt, die 20 oder 30 Kilometer nördlich von Bremen, zwischen Gnarrenburg und Osterholz-Scharmbeck, vom Torfstechen und Torfhandel lebten. „Nur einige Kilometer von hier, standen noch bis vor 60 Jahren die Moorkaten, in denen die Familien lebten und sich vom Torfstechen ernährten“, sagt Platz.
Die Familien stachen die Torfsoden in den unzähligen Moorflächen, die sich am Rande des Überschwemmungsgebietes der Hamme in Jahrtausenden aufgeschichtet hatten. Die Torfquader wurden in der Sonne getrocknet, in Kiepen zu den Torfkanälen transportiert, und dort in den Torfkähnen aufgeschichtet. Rund ein halbes Hunt, das Raummaß für den Inhalt von 50 Kiepen, fassten die aus geteerten Eichenplanken gezimmerten Schiffe. In den Kanälen wurden die Boote vom Ufer aus getreidelt, also mit Tauen gezogen, und im Boot mit langen Stangen durch Abdrücken vom Grund gestakt. Die Kanäle mündeten dann in die beiden großen Wasseradern der Region, die Hamme und Wümme, wo die Fahrt mit Windkraft fortgesetzt wurde.
Der 47-Jährige aus dem nahen Künstlerort Worpswede hält das Ruder und weckt die Bilder von Moor, Torf, kargem Leben, Malertradition und unendlich weitem Himmel. Er selbst ist Teil dieses Nostalgietrips. Mit Schippermütze, schwarzer Cordhose, Fischerhemd und grober Leinenjacke weiß er genau, wie sich die Touristen den typischen Torfkahnfahrer vorstellen sollen: etwas verschroben und urig, aber doch gut rasiert, nett und mit einem kernigen Spruch auf den Lippen.
Dass seine Vorfahren bis nach dem Zweiten Weltkrieg Torf statt Fahrgäste auf der Hamme transportierten, macht den Reiz der Fahrt aus. Fast andächtig hängen die Ruhrpottler an seinen Lippen, als er vom Leben der Bauern erzählt, die 20 oder 30 Kilometer nördlich von Bremen, zwischen Gnarrenburg und Osterholz-Scharmbeck, vom Torfstechen und Torfhandel lebten. „Nur einige Kilometer von hier, standen noch bis vor 60 Jahren die Moorkaten, in denen die Familien lebten und sich vom Torfstechen ernährten“, sagt Platz.
Die Familien stachen die Torfsoden in den unzähligen Moorflächen, die sich am Rande des Überschwemmungsgebietes der Hamme in Jahrtausenden aufgeschichtet hatten. Die Torfquader wurden in der Sonne getrocknet, in Kiepen zu den Torfkanälen transportiert, und dort in den Torfkähnen aufgeschichtet. Rund ein halbes Hunt, das Raummaß für den Inhalt von 50 Kiepen, fassten die aus geteerten Eichenplanken gezimmerten Schiffe. In den Kanälen wurden die Boote vom Ufer aus getreidelt, also mit Tauen gezogen, und im Boot mit langen Stangen durch Abdrücken vom Grund gestakt. Die Kanäle mündeten dann in die beiden großen Wasseradern der Region, die Hamme und Wümme, wo die Fahrt mit Windkraft fortgesetzt wurde.
